Imkerverein Schönebeck e.V.

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Von der Zeidlerei zur modernen Magazinimkerei: Eine Zeitreise

Die Imkerei hat eine jahrtausendealte Tradition, die sich vom mühsamen Sammeln wilder Bienenvölker hin zu einer hochentwickelten Tierhaltung entwickelt hat. Diese Geschichte ist geprägt von genialen Erfindungen, insbesondere im deutschsprachigen Raum.

1. Die Anfänge: Der "Zeidler"
In der Frühzeit war Imkerei ein gefährliches Sammeln von Honig und Wachs. Das Mittelalter war die Ära der Zeidler – Waldimker, die in Baumhöhlen (Bienenstöcken) imkerten. Sie genossen hohes Ansehen und besondere Rechte. Erst später wurden Bienen in Körben (Stülper) gehalten, was jedoch oft die Zerstörung des Baus bei der Honigernte bedeutete.

2. Die Revolution in Deutschland: Variables Rähmchen und Bienenabstand
Die Wende zur modernen, rationalen Imkerei begann in der Mitte des 19. Jahrhunderts in Deutschland, eng verbunden mit zwei Namen:

  • Dr. Johannes Dzierzon (1811–1906): Er entdeckte die Parthenogenese (Entstehung von Drohnen aus unbefruchteten Eiern) und entwickelte den Vorläufer des beweglichen Wabenbaus.
  • August Freiherr von Berlepsch (1815–1877): Der "Bienenbaron" gilt als Erfinder des frei beweglichen Wabenrähmchens (1852).


Der Bienenabstand (Beespace):

Parallel zu Langstroth in Amerika erkannte man in Deutschland, dass Bienen Waben bauen, aber bestimmte Räume (ca. 7-10 mm) freilassen, um sich bewegen zu können. Dzierzon und Berlepsch nutzten dies, um Rahmen zu konstruieren, die nicht mit der Beutenwand verkittet werden. Dies ermöglichte es, Waben einzeln zu entnehmen, zu kontrollieren und Honig zu ernten, ohne das Volk zu zerstören oder die Brut zu schädigen.

3. Die Ära der Hinterwandimkerei in der DDR
In der DDR-Zeit war die Hinterbehandlungsbeute (oft als Blätterstock oder im Zandermaß ausgeführt) der Standard.

  • Aufbau: Die Bienenhäuser oder Bienenwagen waren Schränke, in denen die Völker nebeneinander und übereinander standen.
  • Arbeitsweise: Die Imker öffneten die Kästen von der Rückseite, um die Waben auf Schlitten herauszuziehen.
  • Vorteile: Dies bot Schutz vor Witterung, Diebstahl und ermöglichte eine intensive Beobachtung (Fenster). Es war ideal für die Wanderimkerei auf Wagen.
  • Limitationen: Die Erträge waren oft auf ca. 25-30 kg Honig pro Tracht begrenzt, da die Erweiterung durch Honigräume aufwendiger war als in Magazinen.


4. Der Übergang zur Magazinimkerei
Nach der Wiedervereinigung und mit dem wachsenden Bedarf an effizienterer Arbeitsweise setzte sich auch in den neuen Bundesländern zunehmend die Magazinimkerei durch.

  • Flexibilität: Magazinbeuten (Zander oder Deutsch-Normalmaß) werden von oben geöffnet und beliebig gestapelt (Zargenbetriebsweise).
  • Effizienz: Die Arbeit mit Hoffmann-Rähmchen (modifizierte Rahmen mit Abstandshaltern) sorgt automatisch für den perfekten Bienenabstand, was die Durchsicht enorm beschleunigt.
  • Moderne Technik: Heute ermöglicht die Magazinimkerei eine leichtere Honigernte (z. B. durch Halbzargen) und eine einfache Anpassung an die Stärke des Volkes.


Fazit
Die Geschichte der Imkerei ist ein Zeugnis für den Wandel vom Raubbau zur respektvollen Partnerschaft mit der Biene. Das deutsche Rähmchen und die Erkenntnisse zum Bienenabstand bilden dabei das Fundament, auf dem die heutige, leistungsfähige Magazinimkerei ruht.


Die wunderbare Allianz: Wildbienen & Honigbienen, unsere Bestäubungsinsekten - ein starkes Team für Natur und Ernte

Wenn wir an Bienen denken, haben die meisten von uns sofort das emsige Summen der Honigbiene im Sinn. Doch unsere Bestäubungshelfer sind ein vielfältiges Team, das weit über den Bienenstock hinausgeht. Honigbienen und Wildbienen (inklusive Hummeln) bilden die Basis für ein funktionierendes Ökosystem und sichern unsere Lebensmittelversorgung – und ihr Zusammenspiel ist ein wahres Erfolgsgeheimnis der Natur.

Die stillen und die lauten Helden


Honigbienen sind wahre „Massenbestäuber“. Ein einziges Volk kann pro Tag Millionen von Blüten besuchen und ist damit unverzichtbar für die Landwirtschaft, insbesondere im Obst- und Rapsanbau.
Die Wildbienen hingegen – von denen es in Deutschland über 500 Arten gibt – sind oft die „Spezialisten“. Viele von ihnen sind an bestimmte Pflanzen angepasst, fliegen auch bei kühlerem oder windigerem Wetter als Honigbienen und sind oft effizientere Bestäuber pro Blütenbesuch.

Der gewinnbringende Bezug: Warum beide zusammen stärker sind


Viele Studien zeigen: Wo Honigbienen und Wildbienen gemeinsam vorkommen, ist die Ernte nicht nur sicherer, sondern oft auch hochwertiger.

  • Synergie-Effekt: Wildbienen sind oft sehr effektiv im Bestäuben einzelner Blüten. Wenn Honigbienen die Masse bestäuben und Wildbienen die „Feinarbeit“ leisten, erhöht das die Fruchtqualität (z.B. bei Kirschen oder Äpfeln).

  • Wetterunabhängigkeit: Während Honigbienen bei schlechtem Wetter eher im Stock bleiben, sind viele Wildbienenarten robuster. Sie sichern die Bestäubung auch dann, wenn der Frühling ungemütlich ist.

  • Gegenseitige Ergänzung: Während Honigbienen große Flächen effizient abdecken, besuchen Wildbienen oft Nischen, die für Honigbienen weniger attraktiv sind.



Fazit: Schutz ist Teamwork

Honigbienen und Wildbienen konkurrieren nicht – sie ergänzen sich perfekt

Die Kombination aus Imkerei (Honigbienen) und der Förderung von Wildbienenlebensräumen (Strukturen, Nistplätze durch offene Böden und Totholz) ist die beste Strategie für die Biodiversität und unsere Ernteerträge. 
Indem wir die Wildbienen durch das Pflanzen einheimischer Blumen unterstützen und den Honigbienen geeignete Standorte bieten, investieren wir direkt in eine gesunde Umwelt.

Bestäubung ist Teamwork. Helfen wir ihnen, ihre Arbeit fortzusetzen! Summen wir gemeinsam für die Zukunft!


Unsere Bestäuber in Gefahr: Warum Bienen & Co. unsere Hilfe brauchen

Ob Honigbiene, Wildbiene oder Schmetterling – unsere Bestäuber sind unverzichtbare Helfer für eine intakte Natur und sichere Ernten. Doch ihr Lebensraum in der Agrarlandschaft schrumpft, und die Gefahren nehmen zu.

Die Hauptgefahren in der Landwirtschaft:

  • Mangel an Nahrung und Nistplätzen: Intensive Monokulturen und der Verlust von blütenreichen Wiesen, Hecken und Ackerrandstreifen führen zu akutem Nahrungsmangel (Trachtlücken). Vielen Wildbienen fehlen zudem offene Bodenstellen zum Nisten.
  • Pestizideinsatz: Der Einsatz von Insektiziden, Herbiziden und Fungiziden stellt eine direkte Bedrohung dar. Selbst geringe Rückstände können das Nervensystem, die Fortpflanzung und den Orientierungssinn von Bestäubern schwächen.
  • Klimawandel: Extreme Wetterlagen, Trockenheit und verschobene Blütezeiten bringen den Lebenszyklus von Insekten und Pflanzen aus dem Takt.


Fazit:
Der Rückgang der Bestäuber ist ein ernstes Problem für die Biodiversität und die landwirtschaftliche Produktion. Durch Förderung von Strukturvielfalt, Blühstreifen und reduzierten Pestizideinsatz können wir gemeinsam Lebensräume schützen.


Honig: Das flüssige Gold – Heilung aus der Natur

Honig ist weit mehr als nur ein süßer Brotaufstrich. Er ist ein wahres Wunderwerk der Natur und die Lebensgrundlage unserer Bienen.

Die heilende Kraft für den Bienenstock
Für die Bienen ist Honig nicht nur Energiequelle, sondern ihre "Hausapotheke". Er enthält wertvolle Enzyme und antibakterielle Wirkstoffe, die den Bienenstock vor Krankheiten schützen und das Überleben des Volkes sichern. Sonnenblumenhonig beispielsweise enthält natürliche Stoffe, die den Bienen helfen, gesund zu bleiben.

Ein Geschenk für den Menschen
Schon seit Jahrtausenden nutzen Menschen Honig als natürliches Heilmittel. Seine antibakteriellen und entzündungshemmenden Eigenschaften wirken Wunder – ob als natürliches Mittel gegen Husten, zur Stärkung des Immunsystems oder äußerlich zur Wundheilung.

Genießen Sie die pure Heilkraft – direkt aus der Natur.